Sondergebiet Kiefergelenks – Atlas/axis Diagnostik und Behandlung

„Die Zähne zusammenbeißen“, „lange an etwas knabbern müssen“, „etwas zähneknirschend akzeptieren“ – der Volksmund kennt viele Redensarten, die sich um Zähne, Kiefer und Kiefermuskulatur ranken. Sie deuten an, wie eng der Mundraum, Körper und Seele miteinander zusammenhängen. Lange Zeit wurde dies in der Medizin und Zahnmedizin kaum beachtet – mit gravierenden Folgen.

Unser Team behandelt ganzheitlich die Folgen einer Fehlfunktion des Kauapparates bzw. des gestörten Zusammenspiels von Ober- und Unterkiefer, unter Einbeziehung von Zähnen und Kaumuskulatur. Der medizinische Begriff für diese Fehlfunktion lautet craniomandibuläre Dysfunktion – kurz CMD.

Was die wenigsten wissen: Falsche Mundbewegung mit Verspannungen in der Kaumuskulatur können zu Kiefergelenkbeschwerden führen und zu Belastungen des gesamten Körpers – bis hin zu den Füßen. Symptome sind zum Beispiel eine verspannte Halswirbelsäulenmuskulatur, behinderte Mundöffnung oder Sprachfunktionsstörungen wie Lispeln oder schlechte Wortartikulation.

Zudem sind die Korrelationen zwischen Kiefergelenk, Wirbelsäule und Körperhaltung zu berücksichtigen:  
Bei dem Ausgleich eines unsymmetrisch stehenden Kiefergelenkes kann sich eine ungleichmäßige Anspannung der Kau-, Nacken- und Rückenmuskulatur ergeben. Wie bei einem Domino-Effekt setzt sich eine Verschiebung im Kauapparat über die Muskeln, Gelenke, Wirbel und das Becken auf weite Teile des Organismus fort. Die komplette Statik der Wirbelsäule kann betroffen sein. Selbst ein Einfluss auf die Beinlänge kann in Folge einer Hüftschrägstellung beobachtet werden. Eine lokale Störung im Kiefergelenk wächst so zu einer Störung des gesamten Körpers aus. (siehe auch Patienteninformation: Störungen des Kiefergelenks, Ursachen, Diagnose, Therapie)

Hier einige der häufigsten Symptome, die bei einer CMD Erkrankung auftreten können: Pressen oder Knirschen der Zähne, keilförmige Defekte, Zahnschmerzen oder empfindliche Zahnhälse, Zahnfleisch geht zurück, unklare Bisslage der Zähne, Kauschwierigkeiten, Zahnlockerung, Zahnwanderung, Schlifffacetten, Zahn stört beim Schließen, Schmerzen in den Kiefergelenken, Knacken oder Reibegeräusche der Kiefergelenke, Mund geht nicht richtig auf, Kieferschmerzen, Verspannungen morgens beim Aufwachen, Brennen oder taubes Gefühl in der Zunge, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Nackenschmerzen, Gesichtsschmerzen, Druck auf dem Kopf, Ohrgeräusche (Tinnitus), Hörminderung, Ohrenschmerzen, Schwindel, Augenflimmern, Schmerzen hinter den Augen, Doppeltsehen, Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen, Schluckbeschwerden, Kloß im Hals, Schulterschmerzen, Taubheitsgefühl in den Armen oder Fingern, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit.

Hier einige Symptome die mit einer Atlas/dens axis Fehlstellung einhergehen:

Kopf-, Halswirbelsäulen-, Gesichtsschmerzen, Muskelverspannungen von Nacken und Schultern, Instabilitätsgefühl der Halswirbelsäule:

Gefühl, als ob Kopf und Hals nicht mehr richtig aufeinanderpassen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen,

Gehen wie auf Watte,

Gefühlstörungen des Gesichtes und der oberen Extremitäten, Schluckbeschwerden, Kloßgefühl, schwere Zunge,

Kiefergelenksprobleme, Zähneknirschen,

Vermehrte Geräuschphänomene der Halswirbelsäule,

Sehstörungen wie unscharfes Sehen, Schleiersehen und Punkte oder Flusen (sog. Mouche volantes),

Tinnitus (Ohrgeräusche),

Bluthochdruck, Herzfrequenzsteigerungen,

Atemprobleme,

Verdauungsprobleme,

Müdigkeit, Erschöpfung, Energielosigkeit,

Konzentrationsstörungen, Gedächtnisschwierigkeiten.

Die Diagnose beinhaltet zuerst funktionsanalytische Maßnahmen.

Diese dienen der Überprüfung des funktionellen Zustandes und des Zusammenwirkens von Zähnen, Muskulatur und Kiefergelenken sowie der Erkennung von dysfunktionellen Symptomen und Erkrankungen (DGZMK wiss. Stellungnahme aus 01.2003) und wird in einem dafür entwickelten Bogen dokumentiert. Anschließend wird mit Hilfe von individuell angefertigten Kiefermodellen, Gesichtsbogen und einem Artikulator der Zusammenbiss (Okklusion) und die Unterkieferbewegungen (Artikulation) analysiert. Wir erkennen dadurch, ob eine Fehlstellung der Kiefer oder einzelner Zähne vorliegt und ob störende Frühkontakte der Zähne vorhanden sind.

In der Posturologischen Untersuchung wird besonderes Augenmerk auf die Zusammenhänge zwischen Kiefergelenk, Halswirbel- Brust- und Lendenwirbelsäule, Rückenmuskulatur, Hüft- und Fußfehlstellung und der Augenkoordination gelegt.

Die verschiedenen Pufferzonen können anfangs einen Ausgleich schaffen, führen aber später zu Schmerzen.

Schema der Pufferzonen nach Von Rolbeck-Tapparo

Fehlstellungen der Halswirbelsäule und/oder des Kiefergelenks können die Blut-Hirn-Schranke schädigen. Somit können toxisch Stoffe in das Gehirn gelangen.

Aufschluss über eine Schädigung der Kiefergelenke und der ersten 3 Halswirbel oder einer Fehlstellung mit und ohne Sklerosierung der Bänder und der Kopfdrehgelenke gibt uns das DVT (digitales Volumentomogramm – 3D Röntgenaufnahme).

Bei akuten Beschwerden, oder falls die Untersuchungen eine weitere Entzündungsdiagnostik erfordern, wird eine Upright MRT- Untersuchung durchgeführt. Eine eigens für das MRT angefertigte Diagnostik – Okklusionsschiene zeigt uns, ob durch eine Okklusionsneueinstellung eine Verbesserung erreicht werden kann.

Das Upright MRT (Magnet Resonanz Tomogramm) zeigt uns Entzündungen, sowie eine Verdrängung oder eine Berührung des Nervenstranges in der Wirbelsäul, bei maximaler Kopfkippung nach vorne und hinten, sowie der maximalen Rotation des Kopfes nach links und rechts. Für diese Untersuchung ist kein Kontrastmittel nötig.

Im Gegensatz zu einem MRT im Liegen werden bei dieser Untersuchungsmethode die Belastung und Bewegungsmöglichkeiten des Kopfes mit ihren Auswirkungen auf die Kopfdrehzone untersucht. Somit sind auf Grund der Schwerkraft und des Muskelzugs ganz andere Aufnahmebedingungen und Darstellungen gegeben, als wenn die Patientin entspannt auf dem Rücken bei einer normalen Untersuchung liegt. Die nachweisbaren pathologischen Veränderungen im DVT und die Patientenuntersuchung rechtfertigen diese Untersuchungsmethode, da sich die Befunde mit keinem anderen Verfahren darstellen lassen.

Um Kiefergelenke und den Bereich der Kopfdrehzone, sowie Bänder und Muskeln zu regenerieren, können wir Wachstumsfaktoren (PRP) und Stammzellen (CD 34+) aus dem Blut des Patienten in diese Bereiche einspritzen.

Die Wirkung des CGF/PRP ist: schmerzstillend, schwellungshemmend, es erhöht die lokale Immunität (lokal gegen Bakterien, Pilze, Viren), es beschleunigt die Blutgefäßbildung ab 24 Stunden nach Eingriff, es steigert die Vermehrungsrate der Stammzellen und vermindert die Wundheilungszeit um 30%.

Das Spritzen des eignen Blut-Plasmas ist, bis auf den Einstich, völlig schmerzlos. Da nicht in die Gelenke gespritzt wird, sondern in die Nähe der zu regenerierenden Strukturen /Gelenk,e ist eine Verletzungsgefahr mit Schmerzen nicht gegeben.

Da die Behandlung mit Anteilen des eigenen Blutes des Patienten durchgeführt wird, blieben bis heute erwartungsgemäß allergische Reaktionen aus. Die Therapie mit konzentrierten Wachstumsfaktoren ist mit jeder Therapie oder Medikamentengabe möglich.

Die Behandlung des Patienten erfolgt in einer Sitzung, in der eine kleine Menge Blut aus der Vene entnommen wird, das sofort nach dem Zentrifugieren gespritzt wird.

Für schwerwiegende Fälle mit gesunden Zähnen findet der von Frau Dr. Tapparo entwickelte Arti-Bio-Genator Einsatz, eine Neuentwickelung von Fr. Dr. Tapparo, technisch umgesetzt von Boris Kamin. (siehe unsere Patientenbroschüre: Der Artibiogenator nach Tapparo).

Diese angenehm zu tragende doppelte geführte Schiene behandelt ganzheitlich die Folgen einer Fehlfunktion des Kauapparates bzw. des gestörten Zusammenspiels von Ober- und Unterkiefer unter Einbeziehung von Zähnen und Kaumuskulatur. Sie hilft dem Patienten die Kiefergelenke während der Nachtruhe schmerzfrei zu therapieren und zu repositionieren. Natürlich werden alle Schienen gemäß unserer Philosophie des „METALFREE“ von uns metallfrei gefertigt.

Bei Bedarf werden propriorezeptive Sohlen nach Dr. Bernard Bricot verschrieben und Augen und Rückenübungen zur Aufrichtung und Ausgleich der Haltung empfohlen.

Sollte eine prothetische Neuversorgung nötig sein so wird erst der Oberkiefer (da fest mit dem Schädel verbunden) endgültige versorgt. Der Unterkiefer erhält ein Langzeitprovisorium, damit sich der Biß neu einstellen kann.

Nachdem die Beschwerden abgeklungen sind und der Biss über einem längeren Zeitraum bis zu 2 Jahre sich nicht mehr verändert hat. Wird die prothetische Versorgung des Unterkiefers angefertigt.

Siehe auch unsere Broschüren:

Patienteninformation für Sprecher und Sänger

Dr. Georgetta Tapparo, Dr. med. dent. Ottaviano Tapparo, Martin Tapparo, Maximilian Tapparo, Boris Kamin

Erschienen 2018. Verlag: KB Verlag, ISBN: 978-3-942724-17-3

Störungen des Kiefergelenkes – Ursachen, Diagnose, Therapie

Drs. G. u. O. Tapparo, M. Tapparo

1. Auflage 2006 – ISBN: 3981198484

2. Auflage 2011 – ISBN 9783981108484

Patientenbroschüre Der Arti-Bio-Genator nach Tapparo

Drs. G. u. O. Tapparo, M. Tapparo

Erschienen 2011 ISBN: 978-3-942724-04-3